MITs Industrial Liaison Program: ein Ausflug in andere Welten!

Im Rahmen einer Recherche über Wissens- und Technologietransfer-Programme und -Aktivitäten anderer Universitäten als Anregung für die Bemühungen der TU Graz wurde auch das Industrial Liaison Program (ILP) des Massachusetts Institute of Technology (MIT) unter die Lupe genommen (Infos finden Sie online unter http://ilp-www.mit.edu/).

Das Ziel des ILPs ist es, Unternehmen zu unterstützen, das Wissen am MIT zu nutzen, eine Beziehung zu für sie interessanten Forschungsgebieten und den darin tätigen Personen aufzubauen, um dadurch ihre Innovationsfähigkeit weiter zu verbessern.

Eine Teilnahme am ILP führt zum Genuß folgender Dienstleistungen: (1) vierteljährliches Treffen mit ForscherInnen, wo verschiedene Themen diskutiert werden (Trends, Break-Throughs, mögliche neue Anwendungsfelder für bestehende/neue Technologien), (2) einmal jährlich ein Strategie-Treffen, (3) einmal im Jahr besuchen zwei WissenschafterInnen das Unternehmen, um Seminare für Weiterbildung abzuhalten und ihre Forschungsschwerpunkte vorzustellen. (4) Zusätzlich werden auf Wunsch des Unternehmens weitere Treffen arrangiert. (5) Last but not least sind die Teilnahmen an Konferenzen, der Zugang zu Forschungsdatenbanken und monatlich erscheinende Working papers und sonstige Publikationen kostenlos.

MitarbeiterInnen am „Ausseninstitut“ des MIT übernehmen als key account manager die Betreuung von Unternehmen und fungieren als zentrale Ansprechpersonen des Unternehmens bzgl. Kooperationen mit dem MIT.

Im Vergleich zu österreichischen Universitäten spielt das MIT zwar in einer anderen Liga (zB Forschungsbudget, NobelpreisträgerInnen, Reputation, you name it …), aber der professionelle Umgang sollte auch hierzulande als Richtschnur dienen.

Die Leistungen haben aber natürlich auch einen Preis: im Durchschnitt zahlen die Unternehmen jährlich 60.000 USD, um am ILP teilzunehmen. Das klingt zwar viel, aber es ist zu bedenken, dass die möglichen Folgen für Unternehmen, die eine Entwicklung verpassen, weitaus höher (und schmerzhafter) seien könnten, als die Kosten für die Teilnahme an solchen Programmen bzw. Kooperationen mit Universitäten im allgemeinen (Bemerkung von Jan Aase, Verantwortlicher für FuE bei GM, im Rahmen seiner Key note speech in Washington DC auf der 14th International Conference on Management of Technology, http://www.iamot.org). Ein akutelles Beispiel für Österreich ist Kodak.

In diesem Sinne bleibt nur noch eine Frage offen: Was würden Sie für die TU Graz zahlen?