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Wissen, Daten & Information
Ein großes Problem im Zuge der Behandlung des Themenkomplexes stellt die begriffliche Vielfalt dar, die mit der man innerhalb der
Literatur konfrontiert wird. Deshalb soll an dieser Stelle eine kurze und prägnante Aufzählung der, für eine Gestaltung von
Wissensmanagementaktivitäten, vom Wissensmanagement Forum als relevant erachteten Begriffe erfolgen:
- Wissen ist an Personen gebunden und befindet sich ausschließlich im Gedächtnis (kognitives Subsystem) der Mitarbeiter,
es ist subjektrelativ, perspektivisch, zweckrelativ sowie kontextgebunden. Wissensträger sind somit alle Mitarbeiter eines Unternehmens, welche
nach Förster als nicht - triviale - Maschinen verstanden werden
- Daten sind alle in gedruckter, gespeicherter, visueller oder sonstiger Form verwertbare Angaben über die verschiedensten Dinge und Sachverhalte,
welche durch den Prozess der Dokumentation quasi als konserviert gelten, und zeitlich sowie örtlich entkoppelt verfügbar sind. Daten sind subjektiv
wahrnehmbar, und potenziell verwertbar. Alle Medien die Daten speichern können werden als Datenträger bezeichnet. Diese werden von technischen
Subsystemen, verstanden als triviale Maschinen , verwaltet
- Signale sind alle vom Menschen in visueller und akustischer Form, quasi in Echtzeit transferierbare Angaben über Dinge und Sachverhalte, welche
durch die Prozesse Kommunikation, Dokumentation und Information aufgenommen oder abgegeben werden können
- Information wird als natürlicher Prozess der Erkenntnisgewinnung und nicht als "Gegenstand" oder "Gut" verstanden. Der Prozess der Information
ist zu verstehen als der Vorgang des Interpretieren von aus Daten generierten Signalen
- Dokumentation ist der Prozess des Einwirkens eines Menschen auf ein technisches Subsystem, welches den Zweck hat, Wissen in Daten überzuführen
- Kommunikation ist der Prozess des Austausches von Signalen zwischen Menschen
- Wissensinduktion ist der Prozess bei dem Wissen im Kopf eines Mitarbeiters entsteht bzw. erweitert wird, man unterscheidet dabei in direkte
Wissensinduktion durch Kommunikation, indirekte Wissensinduktion durch Information, und Selbstinduktion durch Lernprozesse.
Selbstinduktion besteht aus dem Prozess des Handelns welcher unmittelbar mit der Wahrnehmung der Handlungsresultate neues Wissen entstehen lässt
- Kontextwissen ist jener Grad an Wissen, über den ein Mensch zu einem Wissensgebiet verfügt. Das Kontextwissen bestimmt maßgeblich
wie gut sich Wissen zwischen Wissensträger weitergeben lässt.
- Wissensbarrieren sind alle Barrieren, die eine entsprechende Induktion von Wissen teilweise oder vollständig behindern
- Wissenslogistik stellt durch Interventionen sicher, dass das vorhandene, für die jeweilige betriebliche Handlung erforderliche Wissen in der
entsprechenden Form zeitlich und örtlich verfügbar und zugänglich ist
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INFOKASTEN: Grundbegriffe im Wissensmanagement |
Diese Grundbegriffe stellen die wichtigsten Daten für den Aufbau von Kontextwissen für das nachfolgende Modell dar. Sie wurden hauptsächlich aus den
Theorien des Radikalen Konstruktivismus und der Biologischen Erkenntnistheorie abgeleitet, und unter Anwendung der Systemtheorie zur Bezugsrahmenbildung herangezogen.
Bezugsrahmen zur Analyse und Gestaltung von Wissenssystemen |

Über einen Analogieschluss zum Individuum, bei welchem Sensorium und Motorium über ein kognitives Subsystem (Gedächtnis) in Verbindung stehen ,
erfolgte eine Projektion auf das Unternehmen. So entstand eine Auftrennung in eine Wissens-, und eine Handlungsebene, welche von einer Datenebene unterstützt
werden. Betrachtet man das Unternehmen als soziotechnisches System, so stehen das soziale Teilsystem mit dem Technischen Teilsystem über die Prozesse Information
und Dokumentation in Verbindung. Mit der Wissensebene wird das "Gedächtnis" des Unternehmens beschrieben. Das Wissen das in dieser Ebene zur Verfügung
steht wird für die Bewältigung der Aufgaben der Organisation in der Handlungsebene verwendet. Innerhalb der Wissensebene wird Wissen durch Kommunikation
zwischen Wissensträgern wechselseitig induziert. Seinen tatsächlichen Wert entfaltet Wissen erst in der Ausführung von Handlungen. Durch die gebildete
Handlungsebene wird das Handlungsspektrum einer Organisation für die Bewältigung der Aufgaben beschrieben. Eine Dokumentation unternehmensrelevanter
Daten in die Datenebene wird es anderen Wissensträgern ermöglicht, zeitlich und örtlich entkoppelt, indirekt Wissen zu induzieren. Allerdings befinden
sich in der Datenebene ausschließlich Daten und kein Wissen. Zentraler Gestaltungszyklus ist der Kreislauf Wissen anwenden - Wissen durch Handeln aufbauen, der
im herkömmlichen Sprachgebrauch als Lernen bezeichnet wird. Um die drei Ebenen innerhalb eines Systems zu Identifizieren ist es notwendig sowohl die
Aufgabenträger, welche innerhalb der Handlungsebene zu subsumieren sind, als auch die Wissensträger, welche innerhalb der Wissensebene zusammengefasst
werden, zu identifizieren. Ebenso muss die vorhandene Datenebene über alle zur Unterstützung vorhandenen, technischen Subsysteme, lokalisiert werden. Im
Anschluss an diese Analysephase kann durch Gestaltung der wissensorientierten Prozesse Information, Dokumentation, Kommunikation eine Optimierung des Wissenssystems
erfolgen.
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