Let´s make things better – together!

Für die diesjährige Technologietransferkonferenz in Edinburgh (Schottland) vom 29. Juni bis 01. Juli hat der Autor dieses Beitrags ein Paper eingereicht mit dem Ziel, zum Verständnis der Motivation im Wissenstransfer beizutragen (Informationen zur Konferenz finden Sie unter http://www.tti-ltd.com/tti2004/).

Das Paper behandelt die Rolle von Unternehmen für Universitäten und vice versa sowie die Motivation zur Teilnahme am Wissenstransfer auf Seiten der Universitäten und Unternehmen, sowohl auf institutioneller als auch individueller Ebene.

Mithilfe der Stakeholder-Analyse wurde aufbauend auf der Methodik von Mitchell, Agle und Wood (1997) die generelle Bedeutung von Unternehmen für Universitäten sowie umgekehrt anhand dreier Attribute eingestuft: Macht, Legitimation und Dringlichkeit.

Die Anwendung dieser Attribute auf Universitäten und Unternehmen kommt zum folgenden Schluß:

  • Unternehmen haben die Macht und auch Legitimität als Kunden von Universitäten. Dringlichkeit ist bspw. gegeben, wenn eine größere Gruppe von Unternehmen zur selben Zeit vor denselben Problem stehen (zB Umstrukturierungen etc.). Die empfunge ‚Dringlichkeit‘ einzelner Unternehmen spielt für diese Betrachtung primär keine Rolle.
  • Universitäten als Stakeholder von Unternehmen haben unter Umständen symbolische Macht (zB Bekanntheit von Stanford, Harvard und MIT) und in den Augen der Öffentlichkeit Legitimität (zB durch unabhängige Gutachten).

Daraus resultiert, dass Universitäten eigentlich bzgl. Unternehmen in einer ’schwächeren‘ Situation als Stakeholder sind als Unternehmen. Für Unternehmen sind die Kunden die wichtigsten Stakeholder und Universitäten werden ‚genutzt‘, um die Bedürnisse der Kunden zu befriedigen. Unternehmen hingegen sind sehr wohl als wichtige Stakeholder von Universitäten zu sehen, nicht zuletzt aufgrund des finanziellen Beitrags (der Macht), die Unternehmen leisten.

Wenn es um Motive auf beiden Seiten geht, dann zeigt sich ein etwas anderes Bild, zumindest auf individueller Ebene. Auf der Ebene der Institutionen, Universitäten und Unternehmen, sind die Vorteile relativ klar wie Zugang zu Wissen, Nutzung von Infrastruktur, Finanzierung und das Generieren von Ideen, um nur einige zu nennen.

Auf individueller Ebene zeigen sich doch deutliche Unterschiede: wie verschiedene Studien (Large, D., Belinko, K., Kalligatsi, K. (2000), ; Schartinger, D., Schibany, A., Gassler, H. (2001); Spivey, W. A., Munson, J. M., Flannery, W. T. (1994)) zeigen, sind ForscherInnen hauptsächlich durch ihr persönliches Interesse und die Befriedigung ihrer Neugier zu motivieren. Monetäre Anreize spielen lt. den Untersuchungen eine untergeordnete Rolle. MitarbeiterInnen in Unternehmen werden hingegen eher von den Interessen der Unternehmen geleitet, was damit zusammenhängen mag, dass die Beschäftigung eng mit der Performance des Unternehmens gekoppelt ist (vgl. Kremic, T. (2003)), was ja bei Universitäten so nicht der Fall ist.

Resultierend zeigt sich, dass Verbesserungspotentiale nicht alleine in der Beseitigung von Barrieren wie Zugangsmöglichkeiten etc. zu suchen sind, sondern auch im Bereich Motivation noch einiges im Argen liegt. Mögliche Ansatzpunkte wären Berücksichtigung von Kooperationsprojekten mit industriellen Partnern für universitäre ForscherInnen oder das stärkere Hervorheben strategischer Aspekte von Kooperationen mit Universitäten für Unternehmen und deren MitarbeiterInnen. Dadurch würden sich neue Möglichkeiten ergeben, den Wissenstransfer zwischen Universitäten und Unternehmen weiter zu stärken.

References:
Kremic, T. (2003), ‘Knowledge Transfer: A Contextual Approach’, Journal of Technology Transfer, Vol 28, pp. 149-158

Large, D., Belinko, K., Kalligatsi, K. (2000), ‘Building Successful Knowledge Commercialization Teams: Pilot Empirical Support for the Theory of Cascading Commitment’, Journal of Technology Transfer, Vol 25, pp. 169-180

Mitchell, R. K., Agle, B. R., Wood, D. J. (1997), ‘Toward a theory of stakeholder identification and salience: defining the principle of who and what really counts’, Academy of Management Review, Vol 22, No 4, pp. 853-886
Schartinger, D., Schibany, A., Gassler, H. (2001), ‘Interactive Relations Between Universities and Firms: Empirical Evidence for Austria’, Journal of Technology Transfer, Vol 26, pp. 255-268
Spivey, W. A., Munson, J. M., Flannery, W. T. (1994), ‘Understanding the Environs that Impact Knowledge Transfer and Knowledge Transition’, Journal of Technology Transfer, Vol 19, pp. 63-73

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