Immaterielle Werte – neue Herausforderungen für das Finanzmanagement

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Immaterielle Werte bringen neue Herausforderungen für das Finanzmanagement als wesentliche Funktion bei der Steuerung von Unternehmen.
Unsere traditionellen Management-Informationssysteme bringen nicht mehr die geforderte Transparenz. Dies sollte aber ihre Aufgabe sein!
Was ist geschehen? Die industrielle Gesellschaft ändert sich in Richtung einer Wissensgesellschaft, einer Dienstleistungsgesellschaft und einer High-Tec-Gesellschaft.
Dadurch haben sich auch die Strategien der Unternehmens geändert: War früher das Management von materiellen Werten wichtig, so geht es heute um die Umsetzung wissensbasierter Strategien. Diese aber sind in den klassischen Management-Informationssystemen nicht abgebildet!


Immaterielle Werte werden zunehmend bedeutsam: 1982 noch machten immaterielle Werte 38% der gesamten Vermögenswerte der Top-500-Unternehmen aus, 2002 waren es bereits 85%! Unsere Management-Informationssysteme haben auf diese Entwicklung nicht grundlegend reagiert. Beispiele für immaterielle Werte sind: – Patente – Spezielle Computersoftware – Kompetenz der Mitarbeiter – Markennamen – Zugang zu günstigen Finanzierungen – Technische Dokumentations usw.. Der Grund für die Unfähigkeit der traditionellen Systeme, Transparenz in die immateriellen Werte zu bringen liegt in ihren Eigenschaften: Immaterielle Werte haben keinen isolierten Wert – sie haben nur einen Wert für das Unternehmen gemeinsam mit anderen immateriellen Werten. Der Wert entsteht erst durch die (richtige) Kombination der Ressourcen. Dadurch sind immaterieller Werte im Insolvenzfalle auch nicht einzeln verwertbar. Außerdem sind die Besitzrechte bei den immateriellen Werten meist nicht klar geregelt und auch nicht regelbar. Oder wer „besitzt“ einen Experten und damit seine Kompetenz? Gerade aber die Verwertbarkeit im Insolvenzfall und die klaren Besitzrechte sind Voraussetzungen dafür, als Vermögensgegenstand im Sinne der Rechnungslegungsnormen akzeptiert zu werden und damit auch für unsere Management-Informationssysteme zugänglich zu sein. Obwohl in den letzten 15 Jahren weit mehr als 20 neue Methoden erfunden wurden (z.B. Balanced Scorecard, Wissensbilanz, andere), immaterielle Werte zu messen, bleiben für das Finanzmanagement immer noch offene Fragen: Wie wirken sich wissensbasierte Strategien auf die langfristige Liquidität des Unternehmens aus? Braucht das Unternehmen zusätzliches Kapital? Welche immateriellen Werte hat ein Unternehmen und welche (auch monetären) Werte haben sie für das Unternehmen? Wie ist der Zusammenhang zwischen einer Wissensbilanz und einer finanziellen Bilanz? Vor dem Hintergrund von zunehmend obsoleten Management-Informationssystemen und der Fülle von neuen Methoden zur Messung immaterieller Werte, stellt sich für das betriebliche Finanzmanagement die Frage, wie ein System aussehen muss, das die Brücke zwischen der Wissensbilanz und der finanziellen Bilanz, zwischen Balanced Scorecard und der finanziellen Unternehmensführung schlägt. Diese und ähnlich Fragen sind eine Herausforderung für das Finanzmanagement, neue Systeme zu entwickeln, die eine integrierte Betrachtungsweise ermöglichen.